Finissage am Grossmünsterplatz

Am 30. März ging mit der Closing Ceremony die dreimonatige Zwischennutzung «The Residency» am Zürcher Grossmünsterplatz zu Ende. Die temporäre Künstlerresidenz im Herzen der Altstadt hat die Zeit überbrückt, bis im verkauften Bürogebäude von Musik Hug der Umbau beginnt und in dem einzigartigen Bauwerk eine neue Phase eingeläutet wird.

Wir betreuen bei Immobilienkosmos das Gebäude in Form eines Bauprojekts seit Ende 2017 und konnten mit «The Residency» einen spannenden Versuch einer künstlerischen Zwischennutzung umsetzen. Ziel dabei war es, in der Altstadt noch mehr kreatives Potential zu entfesseln und der Kunst einen freien Verfügungsrahmen zu bieten. Mit dem Cabaret Voltaire, das «The Residency» konzipiert hat, hatten wir einen Partner mit starkem Kulturbezug, der zudem den Standort in der Altstadt bestens kannte.

#GuerillaClassics Konzert. Cello: Sebastian Braun, Film: SIXOC

Die Planung von «The Residency» verlief in sportlichem Tempo: Nachdem sich das Konzept im Oktober 2018 durchgesetzt hatte, blieben nur noch wenige Wochen, bis es umgesetzt werden sollte. Als Trägerschaft des Projekts wurde eigens der Verein off.shore gegründet, um die verschiedenen administrativen und organisatorischen Aufgaben stemmen zu können.

Der Präsident des Vereins, Philipp Cron, der bereits als Kurator im Cabaret Voltaire tätig ist, konnte dabei auf sein Netzwerk in der Stadt zurückgreifen: «Für die Anfangsphase war es enorm wichtig, schnellstmöglich die richtigen Leute an Bord zu holen, mit denen die Zusammenarbeit auch wirklich funktioniert. Es hatten sich insgesamt 9 Leute aus dem Kultur- und Kunstbereich Zürichs im Verein zusammengefunden, um «The Residency» ehrenamtlich zu organisieren.»

Seit die Künstler*innen Anfang Januar 2019 ihre Ateliers und Studios bezogen hatten, hat sich das Haus mit Leben gefüllt. Über 30 Veranstaltungen organisiert worden, die eine stetig steigende Besucherzahl verzeichnen konnten. Performances, Workshops, Yoga-Kurse, Konzerte, Jam-Sessions, Lesungen und das ein oder andere Fest fanden am Grossmünsterplatz statt und zeigten, dass der Wille, mit Kunst und Kultur etwas zu bewegen, bei den Teilnehmer*innen gegeben ist.

Dass einige Pläne, die im Konzept vorgesehen waren, doch nicht umgesetzt werden konnten, kristallisierte sich durch diverse Einschränkungen der behördlichen Vorgaben, Richtlinien und nötigen Bewilligungen erst im Prozess heraus. Das Spannungsfeld zwischen den Erwartungen an das Projekt in Sachen Aussen-Strahlkraft, dem Zeitdruck der knappen Laufzeit und dem rechtlichen Rahmen war nicht einfach in einem Veranstaltungskatalog zu vereinen.

Doch der ursprüngliche Plan, der Kunst einen freien Verfügungsrahmen zu bieten, ging besser auf als jemals erhofft. Im Verlauf von «The Residency» war der Erfolg des Projekts nicht garantiert: «Das Besondere an dieser Form der Zwischennutzung, ist ihre fehlende Planbarkeit.», so Cron. «Ein Gebäude an so einem Standort künstlerisch Bespielen zu lassen, setzt ein gewisses Mass an Vertrauen voraus. Der sichere Weg wäre das übliche Gastro-Zwischennutzungsmodell gewesen, bei dem die Eigentümer einfach Miete verlangt hätten. Dann wäre aber auch niemals ein Ort wie «The Residency» entstanden.»

Während der Laufzeit von «The Residency» stand dem Verein off.shore das denkmalgeschützte Gebäude abgesehen von den Nebenkosten mietzinsfrei zur Verfügung. Eine Voraussetzung, die das Kulturprojekt erst ermöglicht hat. Wer an einer Veranstaltung teilgenommen hat, weiss, dass sich diese Investition gelohnt hat. Der Plan, mehr und vor allem eine andere Art von Dynamik in die Altstadt zu bringen, ist durch diese Zwischennutzung definitiv gelungen.

Danke allen Beteiligten, die das Projekt «The Residency» ermöglicht haben.

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